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ANUAS-Talk

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ANUAS-Talk

Mit-Opfern eine Stimme geben – Erfahrungen sichtbar machen, Veränderungen anstoßen

Was ist der ANUAS-Talk?

Der ANUAS-Talk ist ein Gesprächs- und Aufklärungsformat des Bundesverbandes ANUAS e.V. Er gibt Mit-Opfern von Tötungsdelikten und anderen schwer belastenden Verlustkonstellationen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen, Belastungen und Sichtweisen in einem respektvollen Rahmen mitzuteilen.

Worum geht es?

Im Mittelpunkt stehen die Erlebnisse von Menschen, die nach einer gewaltsamen Tötung oder unter ungeklärten bzw. hochbelastenden Umständen einen nahen Angehörigen verloren haben. Viele Mit-Opfer erleben neben dem eigentlichen Verlust zusätzliche Belastungen durch institutionelle Abläufe, mangelhafte Kommunikation, fehlende Unterstützung oder gesellschaftliche Unkenntnis. Diese Erfahrungen können zu institutioneller sekundärer Viktimisierung und zu weiteren Re-Traumatisierungen führen.

Der ANUAS-Talk greift genau diese Punkte auf. Er macht sichtbar, wo Betroffene Hilfe erfahren haben, wo Unterstützung fehlte und welche Formen von Ignoranz, Abwertung, Diskriminierung, Persönlichkeitsrechtsverletzungen oder struktureller Ungerechtigkeit erlebt wurden.
ANUAS unterscheidet zwischen sekundärer Viktimisierung im privaten und gesellschaftlichen Umfeld sowie institutioneller sekundärer Viktimisierung durch Institutionen, Verfahren und strukturelle Rahmenbedingungen. Diese begriffliche Präzisierung dient der klaren Benennung von Verantwortung und notwendigem Reformbedarf.

ANUAS verwendet den Begriff der sekundären Viktimisierung nicht undifferenziert. Während sekundäre Viktimisierung auch zusätzliche Verletzungserfahrungen im privaten, sozialen und gesellschaftlichen Umfeld umfassen kann, bezeichnet institutionelle sekundäre Viktimisierung jene Belastungen, die durch institutionelles Handeln, professionelle Systeme, Verfahrensabläufe oder strukturelle Defizite mit verursacht, verstärkt oder nicht hinreichend verhindert werden. Die begriffliche Differenzierung ist aus Sicht von ANUAS notwendig, um Verantwortungsbereiche analytisch präzise zu erfassen und strukturelle Reformen sachgerecht zu begründen.

Warum ist der ANUAS-Talk wichtig?

ANUAS versteht die Erfahrungen von Mit-Opfern nicht nur als Ausdruck von Belastung, sondern auch als wertvolle Betroffenenkompetenz. Dieses Erfahrungswissen ist für die Weiterentwicklung von Opferrechten, Opferschutz und Unterstützungsstrukturen von zentraler Bedeutung.

Der ANUAS-Talk will daher den Dialog zwischen Betroffenenkompetenz und Fachkompetenz stärken. Dort, wo beides ernsthaft zusammengeführt wird, können Missstände klarer erkannt und Veränderungen gezielter angestoßen werden.

Bezug zur restorativen Systemverantwortung

Der ANUAS-Talk steht zugleich im Zusammenhang mit dem Ansatz einer restorative Systemverantwortung. Gemeint ist damit eine institutionelle und gesellschaftliche Verantwortung, die die Folgen des eigenen Handelns für Mit-Opfer wahrnimmt, reflektiert und verbessert. Erfahrungen von Mit-Opfern sollen nicht überhört oder relativiert, sondern als wichtige Grundlage für Reformen anerkannt werden.

Ziele des ANUAS-Talks

Der ANUAS-Talk verfolgt insbesondere folgende Ziele:

  • Mit-Opfern eine Stimme geben
  • Opferrechte und Opferschutz stärken
  • Gesellschaft, Medien, Fachpraxis und Politik sensibilisieren
  • institutionelle sekundäre Viktimisierung sichtbar machen
  • Menschenrechte, Werte und Normen fördern
  • strukturelle Verbesserungen im Sinne restorativer Systemverantwortung anstoßen

Unser Anliegen

Der ANUAS-Talk verbindet persönliche Erfahrungen mit öffentlicher Aufklärung und struktureller Verantwortung. Er steht für Anerkennung, Respekt und die Überzeugung, dass Mit-Opfer gehört werden müssen, wenn sich gesellschaftliche und institutionelle Strukturen wirklich verbessern sollen.

Der Bundesverband ANUAS e.V. ist Mitglied im Deutschen Verband der Pressejournalisten.

Leitlinie des Bundesverbandes ANUAS e.V. im Umgang mit Presse- und Medienvertretern

Presse- und Medienvertreter beachten bitte die Leitlinie des Bundesverbandes ANUAS e.V..